Keine halben Sachen – Fahrradfreundliches Neukölln fordert durchgehend sichere Radinfrastruktur auf der gesamten Hermannstraße

Vergangenen Mittwoch hat die Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Neukölln beschlossen, für Teilabschnitte auf der Hermannstraße temporäre Fahrradwege, sogenannte Pop-Up-Bike-Lanes, im August einzurichten. Dazu das Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln: „Wir kämpfen seit Jahren für einen sicheren Radweg auf der Hermannstraße und freuen uns über diesen ersten Schritt. Die Hermannstraße wird täglich von tausenden Verkehrsteilnehmer*innen genutzt. Die Verkehrssituation ist dort für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen seit Jahren sehr gefährlich, denn die Flächenaufteilung ist sehr einseitig zugunsten von Autos und LKWs gestaltet und pandemiebedingt fahren immer mehr Menschen Fahrrad.“

Vor drei Jahren starb dort ein 55-jähriger Radfahrer, weil der Fahrer eines im Halteverbot abgestellten PKW seine Tür rücksichtslos öffnete, als der Radfahrer das Fahrzeug passierte. Der Radfahrer hatte keine Gelegenheit auszuweichen. Seitdem hat sich an der gefährlichen Situation wenig geändert. Seitdem wuchs der Protest über die jahrelange Untätigkeit der Bezirks- und Senatsverwaltung an dieser gefährlichen Straße weiter an und führte zu Bewegungen in der Sache: Eine durchgehende Radinfrastruktur zwischen Glasower Straße und Hermannplatz ist mittlerweile beschlossene Sache. Angesichts der aktuellen Lage ist aus Sicht der Netzwerks allerdings deutlich mehr Eile geboten und PopUpRadwege dazu das geeignete Mittel.

Das Netzwerk betont jedoch, dass gegenwärtig niemandem genau klar sei, auf welchen Abschnitten und in welcher Länge konkret die Pop-Up-Bike-Lane ab August eingerichtet werden soll. Dies befände sich aktuell in der Prüfung durch den Bezirk. „Wir befürchten eine Minimallösung von wenigen hundert Metern, also keine sichere Radinfrastruktur nennenswerter Größe. Solche politischen Kompromisse sind mit uns jedoch nicht zu machen!“, so Vertreter*Innen des Netzwerks einhellig.

Das Berliner Mobilitätsgesetz schreibt sichere Radinfrastruktur für alle Berliner Hauptstraßen seit zwei Jahren verbindlich vor. „Wir fordern somit auch weiterhin einen durchgehenden und gesicherten Radweg für die gesamte Hermannstraße und kein Stückwerk oder eine isolierte Lösung für den nördlichen Teil.”

Das Netzwerk fordert weiter aufgrund der aktuellen Pandemie-Lage kurzfristig sichere Alternativen auf allen Hauptverkehrsachsen in Neukölln für verunsicherte ÖPNV-Nutzer*innen, insbesondere auf den Strecken der U7, U8 und des M41.

Das Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln setzt sich seit seiner Gründung 2015 für sichere Radinfrastruktur und verkehrsberuhigte Kieze ein.

2 comments on “Keine halben Sachen – Fahrradfreundliches Neukölln fordert durchgehend sichere Radinfrastruktur auf der gesamten Hermannstraße”

  1. Avatar Franziska Antworten

    Auf meinem täglichen Arbeitsweg muss ich die Hermannstraße von der Flughafenstraße bis zum Mariendorfer Weg befahren. Ich halte die Einrichtung einer Pop-up Fahrradlane auf dieser Strecke für unbedingt notwendig!! Ich bin seit 40 Jahren im städtischen Verkehr auf dem Fahrrad unterwegs und würde mich als umsichtige erfahrene Fahrerin bezeichnen. Auf der Hermannstraße würde ich regelmäßig grob fahrlässig gefährdet und beschimpft! Diese Straße ist für Fahrradfahrer eine der gefährlichsten in Berlin!

  2. Avatar Malte Lazlo Antworten

    Hallo,
    wo bleibt denn die Pop-Up-Bike-Lane? Die Hermannstr. ist chaotisch und fahrradunfreundlich wie eh und je.
    Grüße
    Malte

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