Machbarkeitsstudie Y-Trasse

Neukölln am Wasser

Y-Trasse
Derzeit läuft die Ausschreibung für die Machbarkeitsstudien und Planungs-/Fachplanungsleistungen für Radschnellverbindungen in Berlin. Die Y-Trasse ist einer der Radschnellverbindungen die untersucht und geplant werden soll. Die Y-Trasse entstand aus der Idee des Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln. Da wir nicht alle Aspekte unserer Idee in dem Ausschreibungstext wiederfanden, haben wir folgende Anmerkungen am 12. Juli 2018 an das SenUVK geschickt.

Im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Deine Radschnellroute“ im Jahr 2016 hat das Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln den 2. Platz belegt mit der Idee, den bestehenden Weg auf der stillgelegten Görlitzer Bahn mit den im Bau befindlichen Betriebswegen an der neuen A100 und den Güterbahntrassen am Neuköllner Schifffahrtskanal zu kombinieren. Dieser würde entlang des Kanals bis zum Neuköllner Hafen und unter der Sonnenallee durch über das jetzige Estrel-Gelände gehen, jedoch nicht direkt neben der neu geplanten Autobahn, d.h. fernab von Lärm, Stickstoffoxiden und Feinstaub, verlaufen. Die Einrichtung einer Radschnellverbindung über die Güterbahntrassen bedeutet ein nicht unerheblicher Zugewinn an Radfahrqualität durch weniger Lärm und Abgase und dadurch eine Mehrnutzung der Strecke. Zudem würde das grüne Wegenetz im Neuköllner Südring aufgewertet und die Sichtbarmachung und Zugänglichkeit des Neuköllner Hafens für Fußgänger*innen und Radfahrende möglich. Das betreffende Stück der stillgelegten Güterbahntrasse wird (auch in Zukunft) nicht mehr genutzt werden, da das nördliche Ende bereits durch das Estrel gekauft wurde und somit keinerlei sinnvolle Güternutzung mehr denkbar wäre. Im Gegenteil dazu wäre ein Streckenverlauf entlang der Grenzallee unattraktiv durch Lärm, Abgase und Unterbrechungen durch mehrere Ampelanlagen.

Derzeit läuft die Ausschreibung für die Machbarkeitsstudien und Planungs-/Fachplanungsleistungen für Radschnellverbindungen in Berlin. Die Y-Trasse ist einer der Radschnellverbindungen die untersucht und geplant werden soll. Laut der Ausschreibung auf den Seiten 5-6 ist folgendes zu berücksichtigen

“[…] der andere Ast verläuft entlang der A100 (16. BA) über Alt-Treptow 6 in den Görlitzer Park in Kreuzberg […]. Zu prüfen ist unabhängig vom Trassenverlauf die Sanierung/der Neubau der Alten Späthbrucke (Kosten-Nutzen-Rechnung) über den Teltowkanal an der Grenze der Ortsteile Baumschulenweg und Britz, inklusive der Anbindung an die Radschnellverbindung und den Mauerweg.”

Damit steht in der Ausschreibung nicht explizit, dass die ehemalige Güterbahntrasse zu berücksichtigen bzw. auf Machbarkeit zu überprüfen sind und in der Kartenmarkirung wird eine Führung über die Grenzallee nahegelegt. Die fehlende Betrachtung wurde bereits im August 2016 in der Vorplanung von uns gegenüber SenStadtUm bemängelt. Damals wurde uns versprochen “alle verkehrsplanerischen und verkehrsrechtlichen Rahmen- und Randbedingungen der möglichen Trassen zu prüfen”.

Hiermit möchten wir Sie ausdrücklich und dringlichst auffordern, die Prüfung der Nutzung der ehemaligen Güterbahntrasse verpflichtend von dem Planungsbüro bewerten zu lassen, um eine ganzheitliche Machbarkeitsstudie zu erhalten und Neuköllner*innen und Radfahrenden aus anderen Bezirken die Möglichkeit zu geben, an der Stelle der Y-Trasse eine komfortable und effektive Radfahrt zu ermöglichen. Falls die Prüfung zu dem Schluss kommen sollte, dass aufgrund der baulichen Gegebenheiten die Anforderungen an eine Radschnellwegtrasse bezüglich Breite und Trennung von Fuß-und Radverkehr auf der ehemaligen Güterbahntrasse (mit Verlängerung am neuen Estrel-Tower vorbei) nicht nicht erfüllt seien, möchten wir Sie bitten dies als parallele Trasse für langsame (beispielsweise Familien mit Kindern) und touristische Radfahrende (beispielsweise geführt als gemeinsamen Fuß-und Radweg) trotzdem umzusetzen und den Menschen an dieser Stelle die Wahl zu lassen. Wir gehen davon aus, dass der Messe- und Konferenzstandort Estrel durch eine Anbindung an den Radschnellweg erheblich an Attraktivität gewinnen könnte, dass sich möglicherweise Gastronomie am Wasser nicht nur für Hotelgäste entwickeln würde und ein Zugewinn für die Verkehrswende insgesamt geschaffen würde.

RBB-INFORADIO-Beitrag mit dem Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln

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