Wechsel im Neuköllner Rathaus: Herzlichen Glückwunsch, Martin Hikel!

Giffey geht, Hikel kommt

Den Wechsel im Neuköllner Rathaus haben auch wir vom Netzwerk mit Interesse verfolgt. Dr. Franziska Giffey war als Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin für den Bereich Straßen, Grünflächen und Ordnung für uns in Sachen Radverkehr erste Ansprechpartnerin. Für die Zusammenarbeit und ihr Engagement in den letzten zwei Jahren möchten wir uns bei ihr bedanken und wünschen ihr für die bevorstehenden Aufgaben viel Erfolg.

Gleichzeitig beglückwünschen wir den neuen Bezirksbürgermeister Neuköllns, Martin Hikel.

Ein Auszug aus unserem Brief an Ihn:

Sehr geehrter Herr Hikel,

zu Ihrer Ernennung zum Bezirksbürgermeister von Neukölln gratulieren wir Ihnen ganz herzlich. Mit Ihrem neuen Amt sind vielseitige Aufgabengebiete verbunden, eines davon wird die Gestaltung des Neuköllner Verkehrsraums sein. Dieser steht mit dem Weiterbau der A100, der Eröffnung des BER und den sich wandelnden Mobilitätsbedürfnissen der Neuköllner Bevölkerung vor gewaltigen Umbrüchen. Zudem übernehmen Sie zukünftig die Verantwortung für einen Bezirk, der deutschlandweit zu den TOP 10 der feinstaubbelastetsten Orte gehört – und das, obwohl insbesondere im Norden des Bezirkes nicht mal jeder Dritte ein Auto besitzt.

Ein „Weiter so“ wird daher nicht möglich sein.

Hier sind neue, innovative Mobilitätsstrukturen gefragt, die in Neukölln bereits beste Voraussetzungen haben. Denn: Der dicht besiedelte Norden ist kompakt, es gibt viele Menschen, die sich gerne zu Fuß oder mit dem Rad fortbewegen, und eine sehr gute Anbindung an den ÖPNV. Hier können Mobilitätskonzepte verwirklicht werden, die für mehr Lebensqualität in den Kiezen, weniger Stress und mehr Platz für alle sorgen.

Diesbezüglich haben wir mit großer Freude der Presse entnommen, dass Sie sich als eines der ersten Projekte in diesem Bereich der Einführung der Parkraumbewirtschaftung annehmen wollen. Wir als Netzwerk von rund 100 Unternehmen und Institutionen und zahlreichen Aktiven unterstützen dieses Vorhaben voll und ganz. Nicht nur könnte der öffentliche Raum geordneter, klarer und von unnötigen KFZ-Leichen befreit werden, es gäbe auch viel mehr Ressourcen zur Parkraumüberwachung, um die derzeit omnipräsenten Falschparker in die Schranken zu weisen.

Weiterhin verbinden wir mit Ihnen die Hoffnung, dass der BVV-Beschluss zum Einwohner*innenantrag zum Radverkehr zügig umgesetzt wird, um die Sicherheit von Radfahrenden in Neukölln auf den wichtigen Magistralen endlich maßgeblich zu verbessern. Auch bezüglich des Nebenroutennetzes hoffen wir auf eine schnelle Umsetzung der geplanten Maßnahmen, insbesondere der Installation von modalen Filtern und ergänzender Maßnahmen, die unerwünschten Durchgangsverkehr auf im Rahmen der Radverkehrsförderung optimierten Nebenstraßen verhindern. Gerne würden wir mit Ihnen ins Gespräch kommen über unsere Vorschläge und die Möglichkeiten, Neukölln zu einem lebenswerteren und gerechteren Ort für alle zu machen, in dem Jung und Alt sich sicher und ermutigt fühlen auch aktive Mobilitätsformen zu nutzen.

Mit freundlichen Grüßen,
das Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln

Bild: SPD Neukölln
 

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