Frage 1: Werden Fahrradstreifen an den drei Magistralen in den nächsten zwei Jahren angestrebt?

Wahlprüfstein: Magistralen

Wir haben alle in der BVV vertretenen Parteien zu den verschiedenen fahrradpolitischen Themen in Neukölln zu ihren Positionen gefragt. Diese Antworten werden nun hier wöchentlich vorgestellt.

Werden Fahrradstreifen an den drei Magistralen in den nächsten zwei Jahren angestrebt?

Was wir darüber denken:

Fahrradverkehr gehört (auch) auf die Hauptverkehrsstraßen. Sichere Infrastruktur ist dort unerlässlich. Insbesondere Sonnenallee und Hermannstraße weisen über weite Teile 1,5 Spuren auf, die zu gefährlichen Überholmanövern führen und bei einer klaren Begrenzung auf eine Kfz-Spur und eine Fahrradspur zu einer erhöhten Sicherheit für alle führen würde. Der Antrag, auf den die SPD hinweist, ist von ihr selbst zurückgezogen worden. Die Parallelstraßen, von denen SPD und CDU sprechen, gibt es nicht oder liegen zu weit entfernt, um eine tatsächliche Alternative zu sein.

Die Antworten der Fraktionen im Detail:

SPD: Vorweg: Die Zuständigkeit für die Hauptstraßen liegt bei der Verkehrslenkung Berlin. 
Die Karl-Marx-Straße bekommt im Zuge des laufenden Umbaus durchgehend Fahrradstreifen. Wir unterstützen die Forderung, schnellstmöglich provisorische Fahrradangebotsstreifen zu markieren. Der Ausschuss für Verkehr und Tiefbau der BVV hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, zu prüfen, ob die Finanzierung durch die zuständige Senatsverwaltung übernommen werden kann. Der Bezirk kann dies nicht finanzieren, weil die Kosten ein Zehntel der gesamten Summe betragen würden, die der Bezirk zur Unterhaltung aller Verkehrswege in Neukölln (Straßen, Bürgersteige, Radwege) zur Verfügung hat.
Ein Antrag von uns, die Sonnenallee auch mit Fahrradstreifen zu versehen, wurde 2011 von den zuständigen Behörden abgelehnt, da die Sonnenallee Zubringerfunktion zur Stadtautobahn hat. Die Menge an Autoverkehr lässt einen Rückbau nicht zu. Wir bedauern dies, und wollen die parallelen Radrouten ausbauen und möglichst bald ausschildern.
In der Hermannstraße sehen wir wegen der geringen Fahrbahnbreite derzeit keine Möglichkeit, einen durchgehenden Fahrradstreifen anzulegen. Auch hier setzen wir auf parallele Radrouten. Im Rahmen eines Gesamtkonzeptes müssen wir hier nach Verbesserungsmöglichkeiten für den Radverkehr suchen. (z.B. im Fahr-Rat)

CDU: Auszug aus dem Wahlprogramm: Alle Verkehrsarten haben ihren Platz in Neukölln. Nur die Kombination von Auto, Rad, Bus und Bahn sorgt für gute Mobilität in unserem Neukölln.
Wir wollen sicheren Fahrradverkehr stärken . Wir fordern die Erprobung von Fahrradstraßen parallel zu Hauptverkehrsstraßen sowie mehr Fahrradparkplätze an den U- und S-Bahnhöfen. Fahrrad- und Autoverkehr sollen in viel befahrenen Gebieten – wenn möglich – getrennt werden.
Ergänzende Anmerkungen: Vor dem Hintergrund der städtebaulichen Situation – insbesondere in der Innenstadt unseres Neuköllns ist die durchgehende Anbringung von Fahrradstreifen an den großen Verkehrsachsen vermutlich nicht durchsetzbar. Im Klartext: Es gibt einfach zu wenig Platz. Dies gilt umsomehr, da die CDU für einen Verkehrsmix aus ÖPNV, Rad und PKW steht.

Grüne: Auf allen großen Verbindungsstraßen müssen Fahrradstreifen oder für Radfahrende benutzbare Busspuren mittelfristig zum Regelfall werden. Wir wissen, dass dieses Projekt eine längere Umsetzungszeit erfordert, da neben dem Bezirk auch die zentrale Verkehrslenkung Berlin zustimmen muss. Bündnis 90/Die Grünen Neukölln werden sich aber mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die Menschen alle Orte Neuköllns sicher und schnell mit dem Fahrrad erreichen. In Teilen des südlichen Neuköllns, z.B. auf der Rudower Straße/Buschkrugallee gibt es bereits Fahrradwege, an vielen anderen Stellen sowohl im Süden als auch im Norden besteht großer Nachholbedarf. Das wollen wir angehen.

Die Linke: Ein wünschenswertes und sehr ambitioniertes Vorhaben für das wir uns einsetzen. An der im Umbau befindl. KMStr. innerhalb von 2 Jahren als einfache Markierung möglich. Bei Sonnenallee und Hermannstr. wäre auf eine ältere nicht realisierte Planung zur Neugestaltung des Straßenraumes zurückzugreifen, die Fahrradstreifen vorsieht. Realistischerweise erst mittelfristig realisierbar.

Die Piraten: Ja.

2 comments on “Frage 1: Werden Fahrradstreifen an den drei Magistralen in den nächsten zwei Jahren angestrebt?”

  1. Bobby

    Checkt mal eure Seite, bei den Linken steht der gleiche Text wie bei den Grünen! Erst Copy-Paste und dann noch mal lesen!

  2. Saskia Saskia

    Vielen Dank! Wir alle arbeiten hier ehrenamtlich neben Erwerbsarbeit/Studium/Familie, daher bitte verzeiht uns diesen Fehler. Es ist nun korrigiert!

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